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Badewanne aus Mineralguss

Mineralguss - der Newcomer unter den Materialien für Waschbecken, Duschwanne oder Badewanne

Mineralguss (mitunter auch als Mineralmarmor bezeichnet) zieht immer mehr in unser Badezimmer ein. Das Material kommt zum Beispiel für Waschbecken, Duschwannen oder Badewannen zum Einsatz. Doch was macht den Mineralwerkstoff aus? Warum ist er so beliebt? Was unterscheidet ihn von Acryl, Keramik oder Stahlemail? Wir verraten es Ihnen. weiter..

Das ist Mineralguss

Mineralguss ist ein Verbundwerkstoff aus zerkleinerten Mineralien und Harzen als Bindemittel. Das Verhältnis liegt bei etwa 80 zu 20 Prozent zugunsten der Mineralien, das unterscheidet sich jedoch von Hersteller zu Hersteller. Bei Villeroy & Boch ist das Verhältnis zum Beispiel bei 60 zu 40 Prozent. Manchmal werden der Rohmasse noch Farbpigmente zugefügt, um die gewünschte Farbe zu erhalten.

Mineralien & Harze

Bei hochwertigem Mineralguss kommen natürliche Mineralien zum Einsatz, es gibt aber auch günstigere Varianten aus Kunststein. Villeroy & Boch verwendet für sein Quaryl® zum Beispiel sortenreine Quarzkristalle, bei Victoria + Albert kommt vulkanischer Kalkstein zum Einsatz, der durch seine besonders weiße Farbe glänzt.

Gebunden werden die Minerale durch Harze, wobei sich Acrylharz (auch als Pure Acrylic bezeichnet) und Polyesterharz unterscheiden lassen. Pure Acrylic ist hochwertiger, das bedeutet, dass der Mineralguss dann farbbeständiger und widerstandsfähiger ist.

Soll das Material mit Farbe beschichtet werden (zum Beispiel mit Gel Coat), so ist das nur bei Polyesterharz möglich. Acrylharz lässt sich nicht beschichten, hier kommt die Farbe durch die Mineralien selbst oder durch zugefügte Farbpigmente.

Trocknen & Polieren

Im Rohzustand ist Mineralguss flüssig und lässt sich somit in die gewünschte Form gießen. Durch das Trocknen, das mitunter in zwei Arbeitsschritten erfolgt, erlangt der Verbundwerkstoff die gewünschte Härte.

In einem weiteren Arbeitsschritt werden die getrockneten Wannen oder Waschbecken noch poliert. So entstehen Sanitärobjekte ohne sichtbaren Fugen und Nähte. Charakteristisch für das Material ist seine matte und samtige Oberfläche, die Mineralguss so einzigartig macht.

Gut zu wissen: Unterschied zwischen Mineralguss und Mineralwerkstoff

Im normalen Sprachgebrauch wird eigentlich kein Unterschied zwischen Mineralguss und Mineralwerkstoff gemacht, wir verwenden die Begriffe in diesem Beitrag daher synonym. Ganz korrekt ist das allerdings nicht, denn es gibt Unterschiede und die liegen in der Produktionstechnik:

Ein Mineralwerkstoff ist ein Verbundwerkstoff mit den bereits erwähnten Anteilen aus Mineralien und Kunststoff. Mineralguss besteht aus den gleichen Inhaltsstoffen, bezeichnet jedoch das Herstellungsverfahren - das Produkt wird gegossen.

Ein Mineralwerkstoff kann aber auch tiefgezogen werden. Vereinfacht ausgedrückt wird eine Platte über eine Form gestülpt und dadurch geformt. Kurz gesagt: Bei Mineralguss handelt es sich um einen Mineralwerkstoff - aber nicht alle Mineralwerkstoffe sind auch Mineralguss.

Die verschiedenen Bezeichnungen

Für Mineralguss gibt es zahlreiche Bezeichnungen, meistens sind es Markennamen für eine bestimmte Mixtur. So heißt der Mineralwerkstoff zum Beispiel auch:

Corian® – Markenname der Firma DuPont, wird von antoniolupi und Boffi verwendet

Quaryl® – Quarzkristalle geben diesem Mineralguss von Villeroy & Boch seinen Namen

Durasolid® – so bezeichnet Duravit seinen Mineralwerkstoff

Cristalplant® – Markenname der Firma Nicos International, wird von antoniolupi und Boffi verwendet

Quarrycast® – Mischung aus Vulkangestein und Harzen der Firma Victoria + Albert

IDEAL SOLID™ – Ideal Standard stellt Duschwannen aus diesem Mineralguss her

VARICOR® – Markenname der gleichnamigen Firme, verwendet von Keramag und Keuco

Solique – Mineralguss der Firma Hoesch

Letztlich wird es Ihnen egal sein, wie die verschiedenen Bezeichnungen lauten, doch so können Sie die Produkte besser miteinander vergleichen.

Das sind die Vorteile von Mineralwerkstoffen

Der eine oder andere Vorteil von Mineralguss ist bereits angeklungen. Hier nochmal kompakt und auf einen Blick:

  • Mineralguss hat ein gutes Isolationsvermögen
  • Die samtige Oberfläche fühlt sich warm an
  • Die Oberfläche ist glatt und leicht zu reinigen
  • Kleinere Kratzer lassen sich problemlos wegpolieren
  • Das Material lässt sich problemlos bohren, um z.B. Armaturen anzubringen
  • Mineralguss lässt sich beliebig einfärben oder mit einer Farbschicht überziehen
  • Die Oberfläche is hygienisch und bietet keine Angriffsfläche für Schmutz und Bakterien
  • Der Werkstoff lässt sich sehr gut formen für außergewöhnliche Designs
  • Mineralguss ist sehr dimensionsstabil – nichts verzieht sich
  • Alles ist aus einem Guss - ohne Fugen und Nähte

Das sollten Sie beachten:

Die Oberfläche von Mineralguss ist kratzempfindlicher als Keramik oder Stahlemail. Zu hohe Temperaturen über 60 Grad Celsius können das Material ebenfalls beschädigen. Lassen Sie daher kein zu heißes Wasser in eine Wanne oder Waschbecken aus Mineralguss laufen. Vorsicht ist zudem bei Haarfärbemitteln geboten, sie können ein Mineralguss-Waschbecken verfärben.

Fazit

Sie wissen nun alles über Mineralguss und wie das Material im Badezimmer zum Einsatz kommt. Badewannen, Waschbecken oder Duschwannen aus Mineralwerkstoff sind zugegebenermaßen in der Regel etwas teurer als Produkte aus Stahlemail, Acryl oder Keramik, dafür überzeugen sie durch ein einzigartiges Design, samtige Oberflächen und eine lange Lebensdauer. Vielleicht kommt in Ihrem nächsten Badezimmer Mineralguss zum Einsatz – sie werden es nicht bereuen.

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