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Badezimmer streichen – so gelingt das

Wurde früher das Badezimmer in der Regel komplett gefliest, ist das heute längst nicht mehr so. Meist sind nur noch Teile des Bades gekachelt, der Rest wird gestrichen (oder tapeziert). Durch die latent vorhandene Feuchtigkeit, ist das Streichen jedoch nicht ganz so einfach wie in anderen Räumen. Hier erfahren Sie alles, was Sie über „Badezimmer streichen“ wissen sollten.

Welche Farben eignen sich für das Bad?

Prinzipiell verwenden Sie im Badezimmer am besten Feuchtraumfarben, wobei dieser Begriff nicht genormt ist. Eine Feuchtraumfarbe kann daher alles oder nichts sein. Wobei sie häufig als Anti-Schimmel-Farbe verkauft wird. Sie besitzt also Zusätze, die eine Schimmelbildung minimieren.

Mitunter wird geraten, eine wasserabweisende Latex- oder Lackfarbe zu verwenden. Aber dann können Sie auch gleich bei Fliesen bleiben. Bei diesen Farben ist es notwendig, immer sorgfältig zu lüften, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Lässt sich feuchte Luft auf der Wand nieder, besteht immer die Gefahr, dass etwas schimmelt – Anti-Schimmel-Farbe hin oder her.

Wasserdampfdurchlässige Farben bevorzugen

Besser fürs Bad geeignet als abdichtende, sind wasserdampfdurchlässige Farben. Diese wirken wie ein Puffer. Sie können Wasserdampf speichern, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist. Nach dem Lüften, wenn die Luft wieder trocken ist, geben Sie die Feuchtigkeit allmählich wieder ab.

1. Silikatfarben

Silikatfarben können das besonders gut, sie eignen sich daher bestens zum Streichen des Badezimmers. Und sie sind außerdem noch äußerst alkalisch. Das gefällt den Schimmelpilzen gar nicht. Es braucht daher bei Silikatfarbe keine gesonderten Zusätze, um Schimmel zu verhindern.

2. Dispersionsfarben

In gut gelüfteten und nicht zu feuchten Badezimmern können Sie auch eine hochwertige Dispersionsfarbe verwenden. Klar sollte sein, dass diese nicht im Spritzbereich von Dusche oder Badewanne verwendet werden kann. Hier braucht es immer noch Fliesen oder ein anderes wasserdichtes Material.

Die Wände richtig vorbereiten

Mindestens so wichtig wie die Wahl der richtigen Farbe, ist eine sorgfältige Vorbereitung. Behandeln Sie eventuell vorhandenen Schimmel zum Beispiel mit einem entsprechenden Schimmelentferner. In diesem Zuge kann es auch vielleicht notwendig werden, befallene Farbe oder Putz zu entfernen.

Loser Putz oder lose Farbe sind generell zu entfernen. Eventuell vorhandene Löcher sind danach zu spachteln, damit eine glatte und ebene Wand entsteht.

Für kleine Löcher reicht ein fertig angemischter Fertigspachtel aus, den Sie mit einem Malerspachtel in die Vertiefungen einbringen und dann glatt abziehen. Achten Sie darauf, dass sich die Spachtelmasse sowohl mit dem Putz als auch mit der später aufgebrachten Farbe verträgt.

Haftgrund oder Tiefengrund verwenden

Zur richtigen Vorbereitung gehört es auch, den Untergrund zu kennen und ihn eventuell entsprechend vorzubehandeln, damit die Farbe später perfekt an den Wänden haften bleibt. Das kann schwierig werden, wenn der Untergrund zur sehr oder zu wenig saugend ist.

Um festzustellen, um was für einen Untergrund es sich handelt, hilft die Benetzprobe. Spritzen Sie etwas Wasser an die Wand. Verschwindet es sofort, ist der Untergrund sehr saugfähig. Bilden sich Wassertropfen und bleiben diese länger bestehen, ist der Untergrund nur sehr wenig saugfähig. In beiden Fällen braucht es eine Vorbehandlung.

Streichen Sie nicht saugende Oberflächen zunächst mit einem Haftvermittler vor, bevor Sie mit Farbe rangehen. Sandet der Untergrund oder ist er stark saugend, braucht es hingegen einen Voranstrich mit Tiefengrund. Achten Sie sowohl beim Tiefengrund als auch beim Haftgrund auf die Hinweise des Herstellers bezüglich Trocknungszeit und Auftrag.

So gelingt der Anstrich

Bevor Sie die Wände streichen, sollten Sie alles sorgfältig abkleben, was keine Farbe abbekommen soll: Fenster- und Türrahmen, Übergänge zu Fliesen oder Keramik usw. Decken Sie Boden, und Sanitärgegenstände mit einer Folie oder Malervlies ab.

Soll die Decke ebenfalls gestrichen werden, beginnen Sie mit ihr. Danach kommen die Wände. Fangen Sie dort bei den Ecken und Kanten und streichen Sie diese mit einem Flach- oder Heizkörperpinsel. Streichen Sie dann mit einer breiten Rolle die Wände, solange die Farbe in den Ecken noch nass ist.

Um sichtbare Ansätze zu vermeiden, sollten einzelne Wandflächen und die gesamte Decke stets in einem Arbeitsgang und ohne Pause gestrichen werden. Arbeiten Sie stets "nass in nass". Beginnen Sie an der Fensterseite und arbeiten Sie vom Licht weg.

Wie alte Fliesen streichen?

Alte Fliesen zu überstreichen ist prinzipiell kein Problem, sofern es sich um Wandfliesen handelt und Sie die richtigen Farben verwenden. Was Sie im ersten Kapitel zu diffusionsoffener Farbe und so gehört haben, können Sie bei Fliesen schnell vergessen. Hier braucht es einen Fliesenlack.

Epoxidlack oder Alkydharzlack

Am besten eignen sich Epoxidharzlacke. Diese bestehen aus zwei Komponenten – dem eigentlichen Lack und einem Härter. Diese werden kurz vor dem Lackieren zusammengemischt. Danach gilt es, zügig die Fliesen zu überstreichen, bevor die Farbe aushärtet.

Alternativ eignen sich auch einkomponentige Alkydharzlacke. Diese sind einfacher zu handhaben, weil sie sofort einsatzbereit sind. Manchmal braucht es bei diesen Lacken nicht einmal mehr eine Grundierung. Achten Sie hier aber stets auf die Herstellerangaben.

Bodenfliesen streichen

Bodenfliesen können Sie mit den Lacken aus dem Baumarkt nicht überstreichen. Sie sind einfach nicht widerstandsfähig genug. Es gibt für Fußböden zwar Speziallacke, die sind aber recht schwierig zu handhaben, und für Selbermacher nicht unbedingt zu empfehlen.

Beachten Sie: Wohnen Sie in einer Mietwohnung, dürfen Sie die Fliesen nicht einfach überstreichen, sollten Sie Ihnen nicht gefallen. Der Vermieter kann bei Auszug von Ihnen verlangen, den Ursprungszustand wiederherzustellen. Im schlimmsten Fall bedeutet das: Die überstrichenen Fliesen raus, neue Fliesen rein.

In welcher Farbe soll ich streichen?

Sie wissen nun, welche Farben sich für das Badezimmer eignen und auf was Sie beim Streichen achten sollten. Nun würden Sie gerne noch mehr über die richtige Farbwahl wissen. Welche Farben kann ich kombinieren? Wie wirken Farben im Badezimmer?

Die folgenden beiden Beiträge aus unserem Magazin helfen Ihnen bei der Farbauswahl:

Farbgestaltung im Badezimmer – darauf sollten Sie achten

Welche Badmöbel passen zu meinen Fliesen?

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